
Es muss nach Bundestagswahl der endlich mit der Re-Sozialdemokratiesierung der SPD begonnen werden!
Leichter wird es auf jedenfall, da die Bundestagswahl ausgegangen ist, wie erwartet.
Wenn wir mit der Re-Sozialdemokratisierung der SPD noch lange warten, gibt es nix mehr zu retten!
Ich habe mich vor langer Zeit von der Illusion vieler Genossinnen und Genossen Volkspartei sein zu wollen gelöst.
Diese Zeiten sind zum Glück vorbei, bedeuteten sie doch oft genug eher Stillstand als demokratische Weiterentwicklung (Ja, ich finde sogar ein Mehrparteiensystem besser).
Mir liegt die SPD nach wie vor am Herzen und ich werde weiterhin Alles dagegen tun, dass die Sozialdemokratie in der SPD Stück für Stück zerstört wird, wie es seit Jahren geschieht.
Denn das grosse Problem ist doch, dass wenn die SPD noch schwächer wird, nie wieder aufstehen wird.
Damit wären wir Mal wieder beim Thema: wem nützt eine schwache SPD?
Eine SPD, die zum Ortsverband der Union verkommen ist, braucht keiner, außer diejenigen, die Posten anstreben, bzw. diese behalten wollen!
Was wir brauchen:
- eine SPD, die weiß, warum sie so heißt, wo sie her kommt!
- eine SPD, die endlich wieder sozialdemokratisch denkt
- eine SPD, die weiß, was sie will und nicht blind den Illusionen der Großkapitalisten hinterher läuft, die das ganze Neue Soziale Marktwirtschaft taufen!
- eine SPD die endlich wieder klar Sprache spricht: ihre Ideen auf den Punkt bringt, siehe Godesberger Parteiprogramm!
- eine SPD, die sich wirklich für sozialdemokratische Werte einsetzt
- eine SPD, die nicht nur zugibt, Fehler gemacht zu haben (Ja, die Hartz-Gesetzgebung), sondern auch vernünftige Lösungsvorschläge macht, diese Fehler zu korrigieren ... und noch besser diese Fehler gleich korrigiert, wenn sie dazu in der Lage ist, weil sie (mit-)regiert.
- und zu guter Letzt: eine SPD die auch an die Zukunft denkt: ja hier meine ich vor allem das Internet: Für Meinungs- und Informationsfreiheit im Internet!
Als ersten Schritt sollte das Godesberger Parteiprogramm für alle Parteimitglieder Pflichtlektüre sein!
Als zweiten Schritt sollten Alle Genossinnen und Genossen endlich wieder anfangen Nachzudenken: als große Hilfe hierbei kann ich jedem nur die Nachdenkseiten ans Herz legen.
Wenn wir uns gewaltig anstrengen, könnten wir es schaffen, dass wir in fünf Jahren endlich eine wirklich linke Regierung haben (von den Grünen will ich hier erst gar nicht anfangen)
Luis Carroll hat dazu was schöne geschrieben:
[Zitatanfang] "... und wenn Du am achten Feld ankommst, wirst Du Königin - " Und genau bei diesen Worten fingen sie irgendwie zu laufen an. Wenn Alice später daran zurückdachte, kam sie nie mehr ganz dahinter, wie es damit eigentlich zugegangen war: nur so viel weiß sie noch, daß die Königin sie auf einmal an der Hand hielt und aus Leibeskräften rannte; und wie die Königin so schnell dahinsauste, daß sie nur noch mit großer Mühe nachkam; und dabei rief die Königin dauernd: "Schneller!", aber Alice wußte genau, daß es einfach nicht mehr ging - nur bekam sie nicht mehr genug Luft, um auch das zu sagen. Das seltsamste dabei war, daß sich die Bäume und alles andere um sie her überhaupt nicht vom Fleck rührte: wie schnell sie auch rannten, liefen sie doch anscheinend nie an etwas vorbei. "Ob vielleicht alles mit uns läuft?" dachte die arme verwirrte Alice im stillen. Und die Königin erriet anscheinend ihre Gedanken, denn sie rief : "Schneller! Jetzt ist keine Zeit zum Reden!" Nicht, daß Alice das etwa vorgehabt hätte; langsam glaubte sie, sie werde wohl nie mehr reden können, so sehr war sie außer Atem; und noch immer rief die Königin : "Schneller! Schneller!" und riß sie mit sich fort. "Sind wir bald da?" keuchte Alice endlich mit letzter Kraft. "Bald da!" gab die Königin zurück. "Seit zehn Minuten sind wir daran vorbei! Schneller!" Und schweigend rannten sie eine Weile fort, während der Wind Alice in den Ohren pfiff und ihr fast, so meinte sie, das Haar vom Kopfe blies. "Jetzt! Jetzt" rief die Königin. "Schneller! Schneller!" Und nun sausten sie so schnell dahin, daß sie beinahe nur noch durch die Luft segelten und den Boden kaum mehr berührten, bis sie plötzlich, als Alice schon der Erschöpfung nahe war, innehielten, und im nächsten Moment saß Alice schwindlig und atemlos am Boden. Die Königin lehnte sich mit dem Rücken gegen einen Baum und sagte gütig : "Jetzt darfst du ein wenig rasten". Voller Überraschung sah sich Alice um. "Aber ich glaube fast, wir sind die ganze Zeit unter den Bäumen geblieben! Es ist ja alles wie vorher!" "Selbstverständlich!", sagte die Königin; "was dachtest Du denn?" "Nun in unserer Gegend", sagte Alice, noch immer ein wenig atemlos, "kommt man im allgemeinen woandershin, wenn man so schnell und lange läuft wie wir eben." "Behäbige Gegend!", sagte die Königin. "Hierzulande mußt du so schnell rennen, wie du kannst, wenn Du am gleichen Fleck bleiben willst. Und um woandershin zu kommen, muss man noch mindestens doppelt so schnell laufen!" [Zitatende]
Zitat aus dem 1872 erschienen Roman "Alice hinter den Spiegeln" (Alice, Through The Looking Glaß) von Luis Carroll
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