Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Neuigkeiten Politik: Wenn das Gute eigentlich das Böse ist

Politik: Wenn das Gute eigentlich das Böse ist

E-Mail Drucken PDF

 

 

 

Warum ist das Böse in der Welt?

Als Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten gewählt wurde, war die Fassungslosigkeit der so genannten „Gutmenschen“ mit Händen zu greifen.

Wie kann sich eine Mehrheit von Wählern für einen rassistischen Sexisten entscheiden, der offensichtlich unbequeme Tatsachen weg lügt und das auch noch über Twitter, für jeden einfach zu lesen und zu erkennen?

Die Antwort, die die amerikanischen Demokraten gegeben haben ist eindeutig. Schuld ist Russland und der böse Kreml, welcher die Wahlen manipuliert hat und Schuld ist auch Julian Assange, der seit über fünf Jahren unter unzumutbaren Bedingungen in einem kleinen Botschaftszimmer in London festsitzt und aus Rache (so wird es in den Massenmedien kolportiert) zum Kreml übergelaufen ist.

Nach diesem Muster würde auch ein Fünfjähriger den Einsturz seines grandiosen Lego-Turms rechtfertigen (der vielleicht nicht ganz solide gebaut war). Es ist die häufigste Art, mit der Menschen auf Misserfolge reagieren und lässt sich psychologisch auch als Abwehrmechanismus der Projektion beschreiben.

Die anderen sind schuld!

Soziologisch betrachtet lässt sich die Frage, warum Menschen sich mit Aggression und ohne jede Form von Zweifeln gegen andere durchsetzen können, auch anders beantworten.

Gewinner, auch wenn sie als Einzelne auftreten und die Spielregeln massiv verletzten, deklassieren die Gruppe. Am Ende setzen solche Gewinner sogar neue Spielregeln und können auf diese Weise Gruppen dominieren.

Andererseits wächst die Kooperationsbereitschaft der Gruppenmitglieder besonders dann, wenn Einzelne, die Regelverstöße begehen, sanktioniert werden. Nur dann lohnt es sich für die Gruppenmitglieder, sozial zu bleiben. Die bösen Egoisten werden zu einem gewissen Maß zur Anpassung gezwungen, allerdings nur, bis sie ihre nächste Chance wittern, die Macht an sich zu reißen. Ein fragiles Gleichgewicht!

Man kann sich also nie sicher sein, wo man sich gerade befindet. In einer kooperativen Gruppe oder in einem Haifischbecken. Denn Gruppen weisen formelle und informelle Eigenschaften, sichtbare und verdeckte Strukturen auf, die man nicht alle auf Anhieb erkennen kann.

Das alles wurde psychologisch gut untersucht (meist an Studenten) und ist replizierbar. Es handelt sich um eine Realität.

Wer schon mal versucht hat, einen machtbewussten Soziopathen aus einem Team, einer Familie oder einem Blog heraus zu drängen, weiß, worum es geht. Die bloße Tatsache, dass jemand mit seinem schädlichen Verhalten standhaft bleibt und keine Zweifel zulässt, reicht oft aus, um die anderen Gruppenmitglieder zu entmutigen. Wenn diese Person auch noch psychopathisch veranlagt ist, was in unseren Führungsetagen häufig der Fall ist, dies hat der kanadische Psychopathie-Forscher, Robert Hare, eindrucksvoll belegt, hat man es über weite Strecken mit einem, psychologisch unsichtbaren, Gegner zu tun.

Mit den Fortschritten der künstlichen Intelligenz wissen wir, neuerdings, das Menschen auf die Mimik von Robotern genauso reagieren, wie auf die der Mitmenschen und dadurch vertrauen fassen, ja sogar lieben können! Das Vorspiegeln sozialer Eigenschaften und Absichten ist also verhältnismäßig einfach – Psychopathen beherrschen das häufig.

Die Methoden, mit denen wir uns gegenseitig verarschen können sind mehrdeutig

Leider hält sich das Böse in unserer Gesellschaft vor allem durch die Mehrdeutigkeit von unaufrichtigem Verhalten.

Eltern, die er Kind nicht emotional überfordern wollen, zeigen eine ganze Reihe von psychopathischen Verhaltensweisen, die darauf hinauslaufen, dem Kind unwahre emotionale Tatsachen vorzuspiegeln. Beispielsweise, wenn Konflikte zwischen den Eltern unterm Deckel gehalten werden. Oft geschieht so etwas tatsächlich aus Liebe, manchmal aus Hilflosigkeit. Es ist eine Familien-Realität mit gewisser Doppelbödigkeit, die später beim Aufbrechen von Konflikten mit dem Kind (beispielsweise in der Pubertät) in der Behauptung gipfelt, die Eltern würden es ja nur vor Schaden bewahren wollen. Auch hier gibt es noch eine gewisse Rechtfertigung bei der Vorspiegelung zumindest fragwürdiger Absichten und emotionaler Tatsachen.

Was aber, wenn Erich Mielke behauptete, „Ich liebe Euch doch alle!“ Was, wenn Leute wie Erdogan und Putin sich als Väter der Nation gerieren und was, wenn Angela Merkel, auf den Gleisen, die bereits ihr Vorgänger Gerhard Schröder gestellt hat, nicht nur ganze Bundesländer vom Fortschritt und Wohlstand abhängt, sondern auch große Teile Süd- und Osteuropas? Dies alles in einer harmonisierenden Sprache, die in einem krassen Widerspruch zur sich verschärfenden gesellschaftlichen Spaltung (auch in Europa) steht?

Ist das nicht soziopathisch und psychopathisch in Einem?

Wenn man für die europäische Spaltung (in arm und reich) den Euphemismus „Europa der zwei Geschwindigkeiten“ findet, dann wird die Sprache konsequent von dem befreit, was sie eigentlich beschreiben soll, der Realität.

Ist das nun gut oder böse?

Die Absicht, die dahinter steckt, ist in Teilen vielleicht sogar gut. Aber die Realität, die durch diesen Euphemismus zugedeckt wird, ist wirklich böse! Oder wie soll man eine solche Ausdrucksweise angesichts einer Jugendarbeitslosigkeit in Europa die in vielen Ländern bei 20-40% liegt, verstehen? Diese abgehängte Jugend ist zu langsam? Doch wohl kaum. Sie ist das Opfer einer zunehmenden Zentrierung von Wirtschaftsmacht in einigen wenigen Ländern. An erster Stelle steht hier Deutschland, wenn auch nicht als Ganzes.

Gut oder böse?

Sicher, die Dinge sind komplex. Aber in diesem Falle sind sie komplex böse. Deutschland pflegt sein Wachstum und gibt ein paar Euros für die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit an Brüssel ab, zieht aber zugleich junge Menschen aus ganz Europa auf den eigenen Arbeitsmarkt und beseitigt so den eigenen Fachkräftemangel. Die einfachen Arbeiter können dann aus den Flüchtlingskontingenten rekrutiert werden und wer nicht mitspielt, bleibt eben in seiner Provinz sitzen und wird abgehängt.

Doch wohl eher böse, als gut.

Zurück zu den experimentell untersuchten Gruppen

Erinnern wir uns an den Soziopathen, der mit purem Egoismus, Gruppen unter seine Kontrolle bringt? Wenn es sich gleichzeitig um einen Psychopathen handelt, vielleicht sogar völlig unsichtbar für die Gruppe?

In dem Fall, dass man von Individuen auf Staaten schließen könnte (was natürlich unwissenschaftlich ist), wäre Deutschland der Soziopath in Europa. Sollte man von Angela Merkel auf Deutschland schließen (was natürlich auch nicht erlaubt ist), wäre sie die Psychopathin, die (über weite Strecken psychologisch unsichtbar) die Gruppe der 28 EU-Mitglieder auf die Interessen eines einzelnen Gruppenmitglieds einschwört.

Gut oder böse?

Eines habe ich hier noch vergessen, zu erwähnen.

Gruppen, welche die Dominanz einzelner Mächtiger nicht wirksam reduzieren können und deren Regelverstöße (im Sinne von mangelnder Kooperation) nicht bestrafen können, neigen dazu, sich aufzulösen.

Ist die EU nicht in der Krise?

Hilflose Versuche, Deutschland und Angela Merkel in ihre Schranken zu weisen, gab es schon genug. Wir denken an die vielen Hitlerbärtchen für die Kanzlerin in südeuropäischen Zeitungen (nicht nur in Griechenland, sondern auch in Portugal, Spanien und vor allem in Italien).

War Hitler nicht böse?

Und Merkel?

Und wir?

Wähler, die ja formell auch eine Gruppe darstellen, wenn man sie nur als Wähler bezeichnet, scheinen Soziopathen zu bevorzugen, wenn sie vor die Wahl gestellt werden, stattdessen einen, psychologisch unsichtbaren, Psychopathen wählen zu müssen. In Amerika war das exakt die Wahl zwischen Trump (Soziopath) und Clinton (Psychopath). Ein recht gesundes Verhalten, wie ich finde.

Und in Deutschland?

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 05. Januar 2018 um 16:43 Uhr  

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 338
Beiträge : 5810
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 15630666

Verwandte Beiträge